12.09.2014 / Thema / Seite 10

Die Stimmung sinkt

Analyse. Die ukrainische Armee wird schlecht geführt. Teile der zusätzlich mobilisierten Nationalgarde sind eingekesselt worden, die faschistischen »Freiwilligenbataillone« weitgehend außer Kontrolle

Ralf Rudolph und Uwe Markus
Solange sich die ukrainische Armee und die von Oligarchen ausgehaltenen Freischärlerbataillone in der Ost­ukraine auf dem Vormarsch befanden, war Kiew an einem Waffenstillstand nicht interessiert. Man wollte die sogenannte Antiterroroperation möglichst schnell zuende bringen, um den USA und der Europäischen Union Durchsetzungsfähigkeit demonstrieren zu können. In der Wahl der Gewaltmittel zeigte sich die Interimsregierung wenig zimperlich: So zogen in diesem Sommer ihre Truppen immer mehr taktische Raketenkomplexe des Typs »Totschka-U« und Mehrfachraketenwerfer der Typen »Smertsch« und »Uragan« bei Donezk zusammen. Man begann, die Großstadt ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung sturmreif zu schießen. Es entwickelte sich ein zunehmend entgrenzter konventioneller Krieg gegen einen technisch und zahlenmäßig unterlegenen Gegner.

Doch offenbar hatte man die ostukrainischen Widerstandskämpfer nicht nur unterschätzt, sondern auch nicht begriffen, ...

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