01.09.2014 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Kleiner und feiner

Planet vor dem Kollaps: Angesichts zunehmenden Ressourcenverbrauchs erkundet die »Degrowth«-Bewegung in Leipzig eine Ökonomie ohne Steigerung

Robert Best
Sie kommen mit dem Zug, in Fahrgemeinschaften und aus der Schweiz sogar als Fahrradkarawane. 2500 Menschen treffen sich ab dem morgigen Dienstag an der Universität Leipzig zu einer Konferenz mit dem Titel »Degrowth« (Postwachstum), der weltweit vierten ihrer Art. Eine Woche lang diskutieren sie, wie eine Gesellschaft ohne ökonomisches Wachstum aussehen könnte. Es geht um neue Formen des Wirtschaftens angesichts knapper Ressourcen, drohender Klimakatastrophen, mangelnder Verteilungsgerechtigkeit und sozialer Verwerfungen.

Die Wachstumskritiker werden im deutschsprachigen Raum immer mehr. Was viele von ihnen wollen – Wirtschaftsschrumpfung –, fürchten andere: Die Industrieländerorganisation OECD geht davon aus, daß die Wachstumsraten der Wirtschaftsleistung in Industrienationen wie der Bundesrepublik Deutschland schon aus demographischen Gründen sinken werden. Der »Club of Rome« warnte bereits in den 70er Jahren davor, der Kapitalismus stoße an...

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