30.07.2014 / Ausland / Seite 6

Anklage in Abwesenheit 

Georgiens Expräsident soll sich wegen Amtsmißbrauch verantworten. Aber in den USA lebt er ziemlich sicher

Knut Mellenthin 
Die georgische Justiz hat zum ersten Mal Anklage gegen das frühere Staatsoberhaupt Michail Saakaschwili erhoben. Gefahr droht dem Liebling westlicher Regierungen und Medien jedoch nicht: Der einstige »jüngste Präsident Europas«, der mittlerweile 46 ist, lebt seit seinem Abschied aus dem Amt im November 2013 in New York und hat als Dozent an der Fletcher School in Massa­chusetts ein fast müheloses Einkommen. Mehr als drei bis vier Auftritte pro Semester werden von ihm nicht erwartet. Er verfügt daher über reichlich Freizeit, um sich oft in Kiew aufzuhalten und dem dortigen Regime gute Ratschläge für den Krieg gegen Teile seiner eigenen Bevölkerung zu geben.

Mit Krieg, zumal wenn dabei »der russische Bär gereizt« werden soll, kennt Saakaschwili sich aus: Am 7. August 2008, eine halbe Stunde vor Mitternacht, ließ er seine Streitkräfte zum Sturm auf die seit 1992 de facto unabhängige Republik Südossetien antreten. Das Abenteuer endete, völlig voraussehbar, m...

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