04.07.2014 / Feminismus / Seite 15

Ärzte gegen Frauen

Reaktionäre Mediziner wollen mit »Glaubenserklärung« auch die wenigen nach dem restriktiven ­polnischen Recht erlaubten Schwangerschaftsabbrüche verhindern

Reinhard Lauterbach
Nach einem Kölner Karnevalslied ist am Aschermittwoch alles vorbei. In Polen hingegen begann am Aschermittwoch dieses Jahres eine Kampagne katholischer Mediziner mit dem Ziel, ohne öffentliche Debatte und Änderung der Gesetzeslage legale Schwangerschaftsabbrüche in Polen praktisch unmöglich zu machen. Das seit dem politischen Systemwechsel 1989 zweimal verschärfte Abtreibungsrecht in Polen sieht heute die Möglichkeit eines legalen Abbruchs nur vor, wenn die Schwangerschaft Ergebnis einer Straftat ist, wenn sie das Leben der Mutter gefährdet oder wenn das Kind absehbar nicht lebensfähig ist. Fundamentalisten ist das immer noch zu viel.

Hinter der Kampagne steht eine Frau: die 92jährige Ärztin Wanda Poltawska aus Krakau, die mit dem 2005 verstorbenen Papst Johannes Paul II. alias Karol Wojtyla befreundet war. Sie stellte eine »Glaubenserklärung« ins Internet und rief Angehörige medizinischer Berufe aus Anlaß der Heiligsprechung ihres Idols zur ...

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