03.07.2014 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Für einen Lohn zum Leben

In Südafrika streiken 220000 Metallarbeiter. Neben Gehaltserhöhungen und Wohnzulagen fordern sie auch eine andere Regierungspolitik

Christian Selz
Zwelinzima Vavi, Generalsekretär des größten südafrikanischen Gewerkschaftsbunds Congress of South African Trade Unions (COSATU), ist ein Mann klarer Worte. Die Korruption, die Vetternwirtschaft und den Verrat an der eigenen Revolution, die er im regierenden African National Congress (ANC) ausmacht, spricht der dabei dennoch stets ruhig und nüchtern wirkende Gewerkschafter seit Jahren deutlich an. Als der rechte COSATU-Flügel ihn dafür kaltstellen wollte, bedankte Vavi sich für die Unterstützung der linken Metallarbeitergewerkschaft NUMSA gegen »die Hyänen«. Kein Wunder also, daß er auch jetzt nicht zurückschreckt, den Streik der Metallarbeiter offensiv zu verteidigen, von denen seit Dienstag 220000 unbefristet die Arbeit niedergelegt haben. »Die Forderung nach einem Lohn, der zum Leben reicht, ist politisch«, nahm er am Dienstag auf einer Kundgebung in Johannesburg denjenigen den Wind aus den Segeln, die den Streik wahlweise als unvernünftig oder Wirtsch...

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