05.06.2014 / Ausland / Seite 6

Trostpreis für Tbilissi

Georgien wird auf die NATO-Mitgliedschaft weiter warten müssen, kann aber mit Waffenlieferungen der USA rechnen

Knut Mellenthin
NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat sich am Mittwoch wieder einmal mit Georgiens Anspruch auf Abchasien und Südossetien solidarisiert. Die beiden Gebiete hatten im Zuge der Auflösung der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre ihre Selbstständigkeit erklärt. Nach dem georgischen Überfall auf Südossetien im August 2008 erkannte Rußland die zwei kleinen Republiken offiziell an.

Die Streicheleinheiten für Geor­giens revanchistische Träume sind ein schwacher Trost für die Tatsache, daß es mit der Integration des Landes in das westliche Kriegsbündnis immer noch nicht so schnell und umfassend geht, wie die Regierung in Tbilissi es gern hätte. Auf der Bremse steht nicht zuletzt sehr demonstrativ die deutsche Bundesregierung. Beim Besuch ihres georgischen Kollegen Irakli Garibaschwili in Berlin sagte Kanzlerin Angela Merkel am Montag: Trotz der sichtbaren »Fortschritte« Georgiens gehe sie davon aus, daß ein MAP für den Kaukasus-Staat nicht auf...

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