02.06.2014 / Politisches Buch / Seite 15

Brüchiger Frieden

Werner Hörtner hat ein Buch über die jüngste Geschichte Kolumbiens geschrieben

Gerd Bedszent
Der seit Jahrzehnten in Kolumbien tobende Bürgerkrieg kostete etwa 220000 Menschenleben. In Europa machte er selten Schlagzeilen. Wenn überhaupt, wurde das Land als Hochburg der Drogenmafia geschildert. Das ist nicht falsch, aber nur die halbe Wahrheit.

Der österreichische Journalist Werner Hörtner gilt als ausgewiesener Experte für das Land. Er hat unter dem Titel »Kolumbien am Scheideweg« kürzlich sein zweites Buch über die jüngere Geschichte des süd­amerikanischen Staates veröffentlicht. Hörtner sieht in der ungerechten Landverteilung infolge der europäischen Eroberung im 16. Jahrhundert die strukturelle Ursache für die in den vergangenen Jahrzehnten ausufernde Gewalt. In Kolumbien habe sich dieses für Lateinamerika typische soziale Problem verschärft, da der zwischen Konservativen und Liberalen tobende Bürgerkrieg der »Violencia« (1948 bis 1957) zu massiven Vertreibungen und zu Landraub geführt habe. Aus ursprünglich von der Liberalen Par...

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