03.05.2014 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Widerstand gegen die Entlassungswelle

Soziale Proteste in Bosnien gehen weiter – trotz aller Widersprüche. Ein Reisebericht aus Tuzla

Inge Höger und Carsten Albrecht
»Ich bin nicht Serbe, ich bin nicht Kroate, ich bin nicht Bosniake – ich bin arbeitslos.« So steht es auf einem Plakat, das ein Demonstrant trägt. Immer noch gehen die Proteste bosnischer Arbeiterinnen und Arbeiter weiter, wenn auch in geringerem Maße. Diese hatten Anfang Februar als Reak­tion auf eine Entlassungswelle in mehreren privatisierten Unternehmen begonnen. In Tuzla tagt zweimal wöchentlich das Bürgerplenum, Demonstrationen und Kundgebungen finden regelmäßig statt. Und in der Tat wurde durch die bosnischen Proteste bereits einiges erreicht: Drei Kantonalregierungen sind zurückgetreten, und die hohen Übergangsgelder ausgeschiedener Funktionäre wurden abgeschafft, welche nach dem für Arme kaum erschwinglichen Lebensmittel »weißes Brot« genannt wurden. Manche Kantonalversammlungen haben Krankenversicherung einiger Arbeiter übernommen. Letzteres war notwendig, da seit 1997 Unternehmen in Bosnien-Herzegowina nicht mehr verpflichtet sind, Sozial...

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