11.04.2014 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Zockerbremse gelöst

Spekulanten in Stimmung, Bürger in Wut: Griechenlands Regierung feiert »erfolgreiche Rückkehr« an Finanzmärkte. Ein Hasardspiel

Dieter Schubert
Kein Witz: Die Regierenden in Athen machen wieder neue Schulden und »feiern« das sogar. »Das Ereignis des Tages ist die feierliche Rückkehr Griechenlands an die Märkte«, teilte der frühere Finanzminister und derzeitige Vizepremier Evangelos Venizelos am Donnerstag der Welt mit. Fast scheint es, als glaubten die Mitglieder der Koalition aus Nea Dimokratia und PASOK selbst, daß es ein wichtiger Ausweis neuer Stabilität sei, neue Verbindlichkeiten gegenüber »privaten Investoren« einzugehen.

Dabei ist der letzte Haircut – also Schuldenschnitt – kaum zwei Jahre her. Es ging um nominell 100 Milliarden Euro, die Griechenland »erlassen« wurden. Manche Anleger, besonders solche, die dabei das Geld ihrer Steuerbürger einsetzten, hatten dabei Geld verloren. Umtriebige Spekulanten indes eher nicht – viele von ihnen hatten die Schrottpapiere zu Niedrigpreisen gekauft. All das scheint vergessen. Nun brachte Athen erfolgreich eine fünfjähr...

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