28.03.2014 / Thema / Seite 10

Erdogan angezählt

Standpunkt. Am Sonntag finden in der Türkei Kommunalwahlen statt. In der jetzigen Lage kommt der Abstimmung große Bedeutung zu. Die Zeit des Premiers ist abgelaufen. Alte Unterstützer wenden sich ab, den linken Kräften bieten sich Chancen

Tevfik Tas und Talip Güngör
Am kommenden Sonntag sind alle wahlberechtigten türkischen Staatsbürger dazu aufgerufen, neue Ortsregierungen, Stadträte und Bürgermeister zu wählen. Angesichts der gegenwärtigen Lage in der Türkei wird sogar von den Teilen der Presse, die nachweislich von der Regierung im wahrsten Sinne des Wortes gekauft sind, eingeräumt, daß die Bedeutung dieser Kommunalwahlen weit über ihre lokale Begrenztheit hinausgeht. Deshalb ist es gewiß keine Übertreibung, die anstehenden Abstimmungen zu einer »Schicksalswahl« für das Land zu erklären.

Riß im Machtgefüge

Die allein regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP), die sich zum Ziel gesetzt hat, alle historischen und demokratischen Errungenschaften der Ersten Republik1 zu tilgen, ist im Gegensatz zu oft gehörten Einschätzungen mitnichten eine gewöhnliche Systempartei. In den bislang elf Jahren ihrer Machtausübung zeigte sie sich imstande, ein neues Regime zu installieren und das alte zu delegitimieren bz...

Artikel-Länge: 21085 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe