14.03.2014 / Medien / Seite 2

»Wir führen Gespräche mit dem Verband«

Neonazis verschaffen sich Presseausweise, obwohl sie nichts mit Journalismus zu tun haben. Ein Gespräch mit Cornelia Haß

Gitta Düperthal
Cornelia Haß ist Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten Union (dju) in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)

»Jetzt Presseausweis besorgen!«, fordern Rechte im Internet ihre »Kameraden« auf, »die gerne in eine nationale Medientätigkeit einsteigen wollen«. Daß Neonazis immer häufiger Presseausweise mißbrauchen, hat die Deutsche Journalisten Union (dju) schon mehrfach festgestellt – aber was bezweckt die rechte Szene damit?

Kollegen haben mir per Mail ein aktuelles Beispiel aus Sachsen geschildert: Im Zusammenhang mit einer Demo haben Nazis dort Fotos vermeintlicher Linksextremer ins Internet gestellt – es sind aber vor allem Journalistinnen und Journalisten. Sie kreisen deren Köpfe ein, schreiben Namen dazu und rufen gezielt zur Hetzjagd auf die Berichterstatter auf. Mit dem Presseausweis verschaffen sie sich zunächst Zugang, um in deren Nähe zu kommen, Fotos zu schießen, sie zu identifizieren...

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