24.02.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Verbrannter Strohmann

Wiktor Janukowitsch und sein Erbe

Reinhard Lauterbach
Um Wiktor Janukowitsch muß es einem persönlich nicht leid tun. Der aus kleinkriminellem Milieu über Türsteherjobs und Personenschutz neureicher Unternehmer aus dem Kohlenrevier des Donbass zum Politiker aufgestiegene Zwei-Meter-Mann war in seiner Karriere immer nur der Strohmann Mächtigerer, die hinter ihm standen. Über seine Unbildung kursieren Legenden, über seine Korruptheit und Geldgier auch. An letzterem ist wahrscheinlich viel dran. Vor den Toren von Kiew ließ er sich auf 34 Hektar Grund eine Residenz bauen, die schon als »ukrainisches Versailles« bezeichnet wird. Seinem Sohn ermöglichte er den Aufstieg in die Oligarchie mit einem zuletzt auf mehrere hundert Millionen Dollar bezifferten Vermögen. Wahrscheinlich hat dies dazu beigetragen, daß die älteren Oligarchen beschlossen, sich seiner zu entledigen oder ihm zumindest seine Grenzen zu zeigen. Bezeichnend ist, daß der »Pate von Donezk«, Rinat Achmetow, der lange als Janukowitschs persönlicher Schu...

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