10.02.2014 / Inland / Seite 4

»Dit is Kreuzberg, eeh«

Am Samstag demonstrierten in Berlin-Kreuzberg Mieter gegen Zwangsräumungen und Verdrängung

Elsa Koester
So lange ich lebe, werde ich hier bleiben. Ich werde mich hier nicht verdrängen lassen!«, schallt die Stimme der 63jährigen Mieterin durch die Reichenberger Straße in Berlin-Kreuzberg. Menever Aydin spricht vor etwa 300 Demonstranten, die am Samstag dem Aufruf des gentrifizierungskritischen Bündnisses »Wir bleiben alle« zu einer Kundgebung gegen Zwangsräumung und Verdrängung gefolgt waren. Menever, die »Löwin der Reichenberger Straße«, hatte als erste im Haus gegen die Kündigung durch die schwedische Immobiliengesellschaft Akelius geklagt, und das erfolgreich. Die Firma besitzt deutschlandweit etwa 16000 Wohnungen, vor vier Jahren waren es erst halb so viele. »Investitions«schwerpunkt ist Berlin. In der Reichenberger Straße 72a will Akelius alle Miet- in Eigentumswohnungen umwandeln. Menever Aydin aber darf bleiben. »Schaut nicht nur aus dem Fenster! Je früher man anfängt, sich zu wehren, desto besser«, gibt sie ihren Nachbarn noch auf den Weg und erntet ...

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