25.01.2014 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Der Euro ist schuld

Sensationelles Eingeständnis der EU-Kommission: Die Währungsunion hat zur sozialen Verelendung in den Krisenländern geführt

Rainer Rupp
Überraschend hat die Europäi­sche Kommission in Brüssel eingestanden, daß der Euro zu »zunehmender Arbeitslosigkeit und sozialer Härte« geführt hat. In einer Pressemitteilung zum EU-Jahresbericht 2013 über »Entwicklungen in Beschäftigung und Gesellschaft« bestätigt sie erstmals das, was jW-Leser längst wissen: Die einheitliche Währung macht es allen EU-Mitgliedsstaaten unmöglich, durch einen externen Anpassungsmechanismus – nämlich per Abwertung der Landeswährung – ihre unterschiedliche Produktivitätsentwicklung auszugleichen.

Als einzige Chance zu reagieren bleibt nur noch die sozial weitaus schmerzhaftere, gezielt die Lohnabhängigen treffende, interne Abwertung: massive Kürzung von Löhnen, Gehältern und Sozialleistungen. Und davon profitiert wiederum die herrschende Klasse – sowohl im eigenen Land als auch international.

Die Tatsache, daß dieser Mechanismus nun in einem Bericht der EU-Kommission benannt wurde, ist eine Sensation. Bis...



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