16.12.2013 / Inland / Seite 4

Auf rechtem Auge blind

»Scheiß Türke«? Staatsanwaltschaft sieht in gefährlicher Attacke gegen Imbißbetreiber in Bernburg kein rassistisches Motiv. Prozeßbeginn im Februar

Susan Bonath
Nach einem beinahe tödlichen Überfall auf einen türkischstämmigen Imbißbetreiber Ende September im sachsen-anhaltischen Bernburg hat das Landgericht Magdeburg die Anklage der Staatsanwaltschaft zugelassen. Wie das Gericht am Freitag mitteilte, beginnt der Prozeß gegen die neun Täter im Februar. Vier von ihnen sind noch auf freiem Fuß, vier befinden sich in Untersuchungshaft, einer sitzt wegen einer anderen Gewalttat im Gefängnis. Den Angreifern wird versuchter Totschlag, Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen. Dafür können sie mit einer Haftstrafe zwischen fünf und 15 Jahren rechnen. Ein rassistisches Tatmotiv wollen die Magdeburger Staatsanwälte bisher nicht erkennen.

Das empört den Rechtsanwalt des Opfers, Sebastian Scharmer. Er verlangt, daß die Bundesanwaltschaft den Fall übernimmt, wie es der NSU-Untersuchungsausschuß des Bundestages für schwere Gewalttaten mit rechtem Hintergrund gefordert hatte. Zudem hat er beantragt, abweichend...

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