22.11.2013 / Schwerpunkt / Seite 3

Bizarre Ermittlungsmethoden

Zielfahnder stocherten bei der Suche nach dem NSU im Nebel. Bisweilen wurden sie gleich selbst observiert – vom Verfassungsschutz

Sebastian Carlens
Brigitte Böhnhardt, Mutter des mutmaßlichen Neonaziterroristen Uwe Böhnhardt, sagte am Dienstag und Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München aus. Sie berichtete dort von ihrem Verdacht, ihr Sohn und seine Gesinnungsgenossen seien in den Untergrund getrieben worden. Es habe Verhandlungen zur Aufgabe der drei Flüchtigen gegeben, doch »bestimmte Kreise oder Behörden« hätten nicht gewollt, daß sie sich stellen. In den vergangenen zwei Jahren war die erfolglose Suche nach den Terroristen auch mehrfach Thema im Bundestagsausschuß zum »Nationalsozialistischen Untergrund« (NSU), der die Fahndungspannen aufklären sollte. Dabei kamen merkwürdige Geschichten aus dem Alltag der Polizeiarbeit zu Tage.

Der Thüringer Zielfahnder Sven Wunderlich erhielt 1998 den Auftrag, die mit Haftbefehl wegen Sprengstoffbesitzes gesuchten Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe, die späteren Gründer des NSU, aufzuspüren. »Wie man mit einer Weisung der Staatsanwaltschaft schöpf...

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