18.09.2013 / Titel / Seite 1

Dumping dank DGB

Gewerkschaftsbund verlängert Tarifverträge für Leiharbeiter und unterläuft damit weiter den Grundsatz »Gleicher Lohn für gleiche Arbeit«

Daniel Behruzi
Die Befürchtungen linker Gewerkschafter wurden bestätigt: In der Nacht zum Dienstag haben DGB-Vertreter einen neuen Tarifvertrag für die Leiharbeitsbranche ausgehandelt. Zwar sieht dieser einige Verbesserungen für die rund 800000 Beschäftigten der Branche vor. So werden unter anderem Streikbrecherarbeiten ausgeschlossen und die Mindestentgelte etwas angehoben. Den Unternehmern bleibt damit aber auf Jahre hinaus die Möglichkeit, reguläre Tarifverträge zu unterlaufen. Ohne eine Neuauflage des DGB-Vertrags wäre das laut Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) nicht mehr möglich gewesen.

»Von Anfang an war für die DGB-Tarifgemeinschaft klar, daß keinem Ergebnis zugestimmt wird, das nicht die 8,50 Euro als unterste Entgeltgruppe festschreibt«, erklärte Claus Matecki am Dienstag in Berlin. Unerwähnt ließ der Verhandlungsführer des Gewerkschaftsbundes allerdings, daß dieses Niveau in Ostdeutschland erst am 1. Juni 2016 erreicht wird. Zunächst werden die Mindestent...

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