03.09.2013 / Ausland / Seite 8

»Ich bekam nur 49,07 Euro für eine Woche harter Arbeit«

Apfelsinenpflücker werden in Spanien nicht nur ausgebeutet, sondern auch schamlos betrogen. Gespräch mit Miguel Ángel Collado Aguilar

Carmela Negrete
Der Spanier Miguel Ángel Collado Aguilar hat sein Geschichtsstudium mit einer Master-Arbeit über die Bergarbeiterstreiks in Rio Tinto abgeschlossen. Er ist arbeitslos, Mitglied der Andalusischen Arbeitergewerkschaft ( Sindicato Andaluz de los Trabajadores, SAT) und Koordinator des linken Parteinbündnisses Izquierda Unida (Vereinigte Linke) in Nerva

Als Arbeitsloser hatten Sie einen Job als Apfelsinenpflücker gefunden – wenn auch nur für eine Woche. Wie ist es Ihnen dabei ergangen?

Ich brauchte dringend Geld. Ein Bekannter, der als Traktorfahrer auf der Apfelsinenplantage arbeitet, empfahl mir: Komm morgen um 10.00 Uhr vorbei und bring eine Schere und einen Sack mit. Das tat ich dann auch, den Verantwortlichen der Leiharbeiterfirma händigte ich meinen Personalausweis und die Bescheinigung über die Sozialversicherung aus – und schon wurde ich zum Pflücken geschickt. Das einzige, was mir dazu gesagt wurde, war: »Laß keine Stengel an den Apfelsine...

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