28.08.2013 / Inland / Seite 5

Extremismuswahn

Neonazihetze gegen Flüchtlingsheim: Berliner Polizei sieht »Rechts-links-Konfrontation« als ­größere Gefahr

Claudia Wangerin
Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt ist besorgt über die »Rechts-links-Konfrontation« um die Frage, ob der Bezirk Marzahn-Hellersdorf eine Notunterkunft für Flüchtlinge aus Krisengebieten wie Syrien, dem Irak und Afghanistan verschmerzen kann. Die »Extremismustheorie« läßt grüßen: Nicht mögliche Angriffe von Neonazis auf das Asylbewerberheim, sondern die Auseinandersetzungen zwischen rechten Gruppierungen und der »Unterstützerszene« des Heims seien der Grund, warum die Polizei es zur Zeit mit rund 20 Einsatzkräften im Auge behalte, erklärte Polizeipressesprecher Stefan Redlich am Dienstag gegenüber junge Welt. Der Schutz der Notunterkunft selbst »wäre jetzt kein Grund, permanent davor zu stehen«, so Redlich. »Sonst würden wir nur verstärkt Streife fahren und nach dem Rechten sehen.«

Unfreiwillige Bewohner

Den Plattenbau in der Carola-Neher-Straße, der auf der Seitenwand noch den Mosaikschriftzug »Max-Reinhardt-Oberschule« trägt, mußten Flüchtlinge aus ei...

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