09.04.2013 / Schwerpunkt / Seite 3

Im Sinn der Atommafia

Mehreren prominenten Unterstützern der Anti-AKW-Kampagne »Castor? Schottern!« wird der Prozeß gemacht. Kriminalisierte wollen sich nicht einschüchtern lassen

Markus Bernhardt
Gleich mehrere Politiker werden in den kommenden Wochen wegen ihrer Unterstützung für die Kampagne »Castor? Schottern!« vor Gericht gestellt. Insgesamt fast 1800 Atomkraftgegner hatten im Jahr 2010 eine Absichtserklärung unterzeichnet, in der sie ankündigten, Schottersteine aus dem Gleisbett entfernen zu wollen, um den damaligen Transport von Castorbehältern nach Gorleben zu stoppen. Auch 2011 hatte es den Aufruf gegeben, den Atommülltransport mittels zivilem Ungehorsam aufzuhalten.

Am heutigen Dienstag startet mit dem Verfahren gegen den Linke-Bundestagsabgeordneten Jan van Aken eine neuerliche Prozeßserie vor dem Amtsgericht Lüneburg (14 Uhr, Saal 8). Gemeinsam mit zehn seiner Fraktionskollegen hatte der Hamburger Politiker »Castor schottern!« unterstützt. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft im März 2012 angeboten, gegen eine Spende von 500 Euro an den Verein »Kinder von Tschernobyl« auf die Anklageerhebung zu verzichten. Die betroffenen Linke-Ab...

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