16.03.2013 / Feuilleton / Seite 13

Francisco, der Gotteskrieger

Der neue Papst hat ordentlich Dreck am Stecken

André Dahlmeyer, Buenos Aires
Argentinien ist in aller Munde. So viele Pressemeldungen über das Land am Río de la Plata gibt es sonst allenfalls, wenn Messi kickt oder Maradona mal Aufstoßen muß. Schuld ist der neue Papst, Jorge Mario Bergoglio, der sein Amt unter dem Pseudonym »Francisco« ausübt und »Benedikt XVI.« nachfolgt – ein Kalauer jagt den nächsten.

»Francisco« ist der erste Latino und der erste Jesuit auf dem Heiligen Stuhl, er ist dort auch der erste Peronist, d.h. Anhänger eines sozialen Überwachungsstaats im Geiste einer kruden Mixtur aus Mussolini und Franco. Erste Resultate der Botschaft aus dem Vatikan waren patriotisches Besoffensein in Lateinamerika und ein nationalistischer »Freudentaumel« in Argentinien. Ansonsten mitunter ganz pfiffige Politiker und Normalbürger verfielen einem tumben, willfährigen Frohlocken, verpuppten sich zu zäher Masse – ein einziger Tausendfüßer.

Nach der Ernennung des Lateinamerikaners verlegten sich au...

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