26.02.2013 / Thema / Seite 10

Kontinentale Verschiebung

Standpunkt. In Lateinamerika haben linksgerichtete Regierungen im vergangenen Jahrzehnt die Hegemonie der Eliten erheblich schwächen können. Die europäische Linke wäre gut ­beraten, sich mit diesen Entwicklungen auseinanderzusetzen

Dieter Boris und Achim Wahl
Wie verärgert und ungehalten die hiesigen Medien das Wahlergebnis vom 7. Oktober 2012 in Venezuela zur Kenntnis nahmen, zeigte sich einmal mehr in der FAZ (17. Oktober), die in einem Kommentar meinte, daß »der Venezolaner Chávez der Garant für den Machterhalt (in Lateinamerika) ist.« Doch – so die FAZ – »auch dessen Zeit läuft ab.«

Sollten diejenigen Recht behalten, die sich ein Venezuela ohne Chávez wünschen? In welcher Weise wird die Erkrankung von Präsident Chávez die weitere Entwicklung Venezuelas beeinflussen?

In einem Land, das wie kein zweites in Lateinamerika politisch polarisiert ist und in dem die Opposition, unterstützt von den alten Eliten und äußeren Kräften, alle Mittel einschließlich ihrer Vormachtstellung in den nationalen Medien nutzt, um die »bolivarische Revolution«, wie sie in Venezuela genannt wird, zu diskreditieren, hat die Bevölkerung sich mehrheitlich für den Weg entschieden, der in den letzten Jahren eingeleitet wur...



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