05.02.2013 / Feuilleton / Seite 13

Boulevard der Nachtigallen

Ist das eigentlich in Ordnung, wenn wir Plastik nutzen und vernutzen wie blöde? Eine Hamburger Ausstellung stellt die Wegwerfgesellschaft in Frage

Falk Schreiber
Der Einstieg ist schon mal atemberaubend. Ein ganzer Flur im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ist vollgestopft mit, ja: Müll. Schläuche, Kanister, Autoreifen, ein ganzes, auf den ersten Blick halbwegs gut erhaltenes Tretboot, dazu viel Undefinierbares. Der Einstieg ist atemberaubend, weil er mit ganz einfachen Mitteln verdeutlicht, worum es in der Ausstellung »Endstation Meer?« geht: Pro Sekunde werden weltweit 8000 Kilogramm Kunststoff hergestellt, langlebige Wegwerfprodukte, die allesamt im Müll landen, in nicht allzu ferner Zukunft. Müll, der nach den Gesetzen der Schwerkraft irgendwann im Meer endet, 6,4 Millionen Tonnen pro Jahr. Und ein kleiner Teil davon liegt jetzt im Museum rum, eklig, unentwirrbar, bedrohlich.

»Endstation Meer?« kommt aus dem Zürcher Museum für Gestaltung, Hamburg ist die erste Ausstellungsstation außerhalb der Schweiz, und das Ziel der Schau ist ein primär didaktisches: Sie will ein Bewußtsein dafür schaffen,...

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