25.01.2013 / Thema / Seite 10

Verschleppt und gefoltert

Der Menschenhandel auf dem Sinai ist ein brutales, aber lukratives Geschäft. Ägypten und Israel schauen weg

Annette Groth und Sofian Philip Naceur
Ägyptens Halbinsel Sinai, bekannt für Tourismushochburgen wie Sharm El-Sheikh und Traumstrände soweit das Auge reicht, gilt schon lange als rechtsfreier Raum. Nach dem Sturz des autoritären Herrschers Hosni Mubarak im Februar 2011 und der Machtübernahme durch eine von der Muslimbruderschaft dominierte Regierung unter Muhammad Mursi im Juni 2012 schien die Armee zunächst entschlossen, den Sinai wieder der Zentralregierung zu unterstellen. Erklärtes Ziel der neuen Regierung ist es, das Land zu stabilisieren. Stolz wurde verkündet, daß Ägypten 2012 über zwölf Millionen Touristen angelockt habe, die für viele Menschen lebenswichtige Branche sei nach dem revolutionsbedingten Einbruch auf dem Weg der Genesung. Der Kulturtourismus in Kairo und Luxor habe es schwer, aber die Hotels am Roten Meer und im Sinai seien gut gefüllt. Viele wünschen sich stabile Verhältnisse, damit die Touristen wiederkommen. Aber Ägypten kommt nicht aus den Schlagzeilen: Proteste der Op...

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