22.01.2013 / Inland / Seite 8

»Die Linke hat die Diskussion aus der Hand gegeben«

Hauptfehler ist, daß sie sich als Anhängsel einer vermeintlichen Mehrheit links von der Mitte versteht. Ein Gespräch mit Thies Gleiss

Ralf Wurzbacher
Thies Gleiss vom Kreisverband Köln der Partei Die Linke ist Mitglied im Bundessprecherrat der Antikapitalistischen Linken (AKL)

Die Linke ist bei der Niedersachsen-Wahl am Sonntag bei kläglichen 3,1 Prozent gelandet und fliegt hochkant aus dem Landtag. Woran hat es in Ihren Augen gelegen?

Eigentlich sind 3,1 Prozent für eine Partei mit einem strikt antikapitalistischen Profil, wie es das Erfurter Programm verkörpert, eine prima Sache. So viel Zuspruch für eine authentisch linke, sozialistische Partei, die zum Beispiel die Großindustrie vergesellschaften will – das wäre sensationell. Das Problem ist nur, daß sich die Partei so verkauft, als wollte sie nicht Stimmen für ihr Programm, sondern für ihre Teilhaberschaft an einem angeblich größeren rot-rot-grünen Lager. Wenn bei einem solchen Herangehen nur drei Prozent herausspringen, ist das natürlich extrem enttäuschend.

Wie könnte es zu mehr reichen?

Man sollte damit aufhören, den Menschen ...

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