19.01.2013 / Schwerpunkt / Seite 3

Propaganda für die Folter

Von der CIA gefüttert: Der US-Actionthriller »Zero Dark Thirty« macht aus dem Quälen von Gefangenen eine Erfolgsgeschichte im »Krieg gegen den Terror«

Rainer Rupp
Der CIA-Thriller »Zero Dark Thirty« von Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow hat den ersten Platz der nordamerikanischen Kinocharts erobert. Der Film über die Jagd des US-Geheimdienstes auf Osama bin Laden spielte Schätzungen zufolge am vergangenen Wochenende rund 24 Millionen Dollar (18,1 Millionen Euro) ein. Auf den Tag genau elf Jahre, nachdem unter US-Präsident George W. Bush die ersten von der CIA verschleppten Gefangenen ins Käfiglager auf dem US-Militärstützpunkt Guantánamo Bay verbracht worden waren, ist der die Folter propagierende Streifen am 11. Januar landesweit in die Kinos gekommen. Er hat bereits fünf Oscar-Nominierungen, darunter in der Topsparte »Bester Film«. Der »Actionthriller« erweckt beim Betrachter fälschlicherweise den Eindruck, das Quälen von Gefangenen habe dabei geholfen, das Versteck von Osama bin Laden in Pakistan zu finden. Zum anderen ignoriert er komplett die Rechtswidrigkeit und die Unsittlichkeit der Folter als Verhörmethode. »Zero Dark Thirty« beginn...

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