18.12.2012 / Inland / Seite 2

»Datenbasis der Statistiker ist grob falsch«

Keiner weiß, wie groß die Bevölkerung in Deutschland tatsächlich ist. Ein Gespräch mit Gerd Bosbach

Ralf Wurzbacher
Gerd Bosbach ist Professor für Statistik, Mathematik und Empirische Wirtschafts- und ­Sozialforschung an der Hochschule Koblenz, Standort Remagen, und Koautor des Buches »Lügen mit Zahlen: Wie wir mit Statistiken manipuliert werden« (www.luegen-mit-zahlen.de) Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) gehört Deutschland mit einer Geburtenziffer von 1,39 Kindern pro Frau weiterhin zu den Schlußlichtern in Europa. Dabei sollten doch Eltern- und höheres Kindergeld eigentlich zum Gebären animieren. Warum verpuffen all diese Maßnahmen? Zunächst einmal ist auf die Zahl 1,39 kein Verlaß. Im Vorjahr gab es eine Art Volkszählung, weil keiner weiß, wie groß die Bevölkerung in Deutschland wirklich ist. Schätzungen besagen, daß hierzulande 1,2 Millionen Menschen weniger leben, als bislang angenommen. Vermutlich ist die Fehlzahl sogar noch größer. Das hat Auswirkungen auf alle demographischen Größen. Trotz dieser und weiterer Unsicherheiten wird jetzt so getan, als wäre ...

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