20.11.2012 / Thema / Seite 10

Annexion nach Völkermord

Geschichte. Vor 70 Jahren entstand das deutsche Aktionsprogramm zur Liquidierung der baltischen Staaten und Nationen

Martin Seckendorf
Am 17. November 1942 beendete der Raumordnungssachbearbeiter in der Behörde des Reichskommissars für das Ostland (RKO) im okkupierten Riga, Gottfried Müller, die Arbeit an der »Raumordnungsskizze zur Aufstellung eines Raumordnungsplanes für das Ostland«. Hinter dem sperrigen Namen verbarg sich, die, wie Müller betont, »wissenschaftlich« begründete Darstellung der deutschen Ziele gegenüber den baltischen Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen sowie der belorussischen Sowjetrepublik. Diese Gebiete waren zwischen Juni und September 1941 von der Wehrmacht besetzt worden. Die Eroberer faßten sie zum RKO zusammen, das dem von Alfred Rosenberg geleiteten Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete unterstellt war (jW-Thema vom 20.4.2011).

Die Raumordnungsskizze ist die Zusammenfassung der innerhalb der deutschen Macht- und Einflußeliten seit dem Ersten Weltkrieg diskutierten Ziele im Baltikum. Die Ergebnisse von mehr als einem Jahr Okkupationspolitik...

Artikel-Länge: 22204 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe