26.10.2012 / Feminismus / Seite 15

»Frauen aus der Illegalität holen«

Zehn Jahre Prostitutionsgesetz: Ziel sozialer Absicherung verfehlt. Ein Gespräch mit Ekin Deligöz

Jana Frielinghaus
Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz ist eine der Organisatorinnen einer Expertenanhörung zu zehn Jahren Prostitutionsgesetz, die am vergangenen Freitag in Berlin stattfand. Das Gesetz wurde am 19. Oktober 2001 von der damaligen Koalitionsmehrheit von SPD und Grünen im Bundestag beschlossen und trat zum 1.1.2002 in Kraft. Nach zehn Jahren Prostitutionsgesetz hagelt es Kritik. Was bleibt an Fortschritten gegenüber den Verhältnissen vorher? Unsere Intention damals war es, die Prostituierten aus der Illegalität zu holen, und hier gibt es Erfolge. Die Regelung, die wir davor hatten, war von 1901, und die sprach immer noch von »sittenwidrigen« Berufstätigkeiten. Und wir wollten auch die gesellschaftlichen Tabus angehen und sagen: Das gibt es, es mag uns gefallen oder nicht, aber es bringt nichts, die Prostituierten, zu 80 bis 90 Prozent Frauen, zu kriminalisieren. Und das dritte Ziel war eine soziale Sicherung für sie. Ein Denkfehler der Gesetzes­initiative war offenbar, daß man S...

Artikel-Länge: 4755 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text- oder HTML-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe