24.10.2012 / Titel / Seite 1

Entwaffnet Merkel!

Arnold Schölzel
Im Juni rügte Bundespräsident Joachim Gauck die deutsche Gesellschaft als »glücksüchtig« und forderte mehr Offenheit für Kriegseinsätze. Am Montag nachmittag erläuterte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf einer Bundeswehrtagung in Strausberg bei Berlin einen Schwenk in der deutschen Militärdoktrin hin zu mehr Eigenständigkeit. Die Bundeswehr soll nach ihren Worten auch bei einer stärkeren Zusammenarbeit in EU und NATO ihre Kapazitäten nicht abbauen, sondern verbreitern. Wörtlich erklärte Merkel: »Ein Land wie Deutschland, als größte Volkswirtschaft in Europa und mit seiner Bevölkerungszahl und mit seinen Ressourcen, sollte ein breites Spektrum an Fähigkeiten vorhalten.« Zwar solle im Bündnis das »pooling« und »sharing« vorangetrieben werden – also die gemeinsame Nutzung von Material. Aber für Deutschland sei das Prinzip »Breite vor Tiefe« außerordentlich wichtig. Das Land biete seinen Nachbarn eine »Anlehnungspartnerschaft« an. Die Nachbarländer...

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