24.10.2012 / Thema / Seite 10

Verschwinden in der Nebelregion

Position. Die Einsicht, daß Antifaschismus und Antikapitalismus zusammengehören, droht verlorenzugehen. Teil II (und Schluß): Die Antifa 2.0 und der Haß auf die Unterschichten

Michael Sommer und Susann Witt-Stahl
Nie wieder Deutschlandfähnchen auf Kleinwagendächern. Dafür zu sorgen, zählen viele Antifas, nicht nur während Fußballweltmeisterschaften, zu ihren vornehmsten Pflichten. Einige bekämpfen mit Inbrunst die »virulente Gefahr«, die Hipstern und Besserverdienenden in Neukölln von dem dort ansässigen Lumpenproletariat droht. Zur Opposition gegen die gewaltsame Durchsetzung imperialer Großmachtinteressen Deutschlands, heute am Hindukusch, morgen vielleicht in Mali, zählen sich hingegen nur wenige. »Laßt es krachen, laßt es knallen – Deutschland in den Rücken fallen!« skandieren Antifaschisten auf ihren Demonstrationen, und tun dann genau das nicht. Ob es um »Leopard-2«-Panzer für Saudi-Arabien geht, den U-Boot-Deal mit Israel oder eine nicht zuletzt von deutschen Exportweltmeisterinteressen dominierte Spardiktatur über die Arbeiterklasse in Südeuropa: Einem großen Teil der Antifa fällt dazu bestenfalls nichts ein.

Einige treiben die Diskreditierung emanz...

Artikel-Länge: 22168 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe