17.10.2012 / Feuilleton / Seite 13

Eine Nagelprobe

Früher war Bochum viel weiter als heute, zumindest in der Kunstvermittlung. Das zeigt die Ausstellung »Fluxus Ruhrgebiet«

Florian Neuner
Zu Jahresbeginn schaffte es das Kunstmuseum Bochum in die überregionalen Feuilletons – allerdings mit keiner Ausstellung, sondern mit einer der inzwischen schon inflationären Alarmmeldungen: Verantwortungslose Lokalpolitiker erwogen allen Ernstes, das Haus zur Disposition zu stellen. Die Angelegenheit mutet noch grotesker an, wenn man weiß, daß dieselben Leute vehement für den Bau eines »Musikzentrums« eintreten, dessen Finanzierung ungeklärt ist und das vollkommen überflüssig ist. In der Zeit der letzten Gefechte des Neoliberalismus, der sich die Ausplünderung aller noch verbliebenen Reste öffentlichen Eigentums zum Ziel gesetzt hat, soll also auch das Museum einer Großstadt mit beinahe 400000 Einwohnern kein Tabu mehr darstellten. Selbstverständlich hatten die Stadtoberen eine »Verwertung« der Immobilie im Sinn.

Mit ernsthafter inhaltlicher Arbeit erlangt man diese Medienaufmerksamkeit natürlich nicht. Und so löst eine Ausstellung wie die aktuell...

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