16.10.2012 / Feuilleton / Seite 12

Jung rüberkommen

In der Einsamkeit der Erdbeerfelder: Der Politthriller »Radikal« am Maxim-Gorki-Theater Berlin

Anja Röhl
Im Berliner Maxim-Gorki-Theater wird gern Literatur für die Bühne aufbereitet, nicht immer gelingt das. Zur Uraufführung der Adaptation des Politthrillers Radikal kamen am Samstag viele junge Leute ins altehrwürdige Haus. Das Bühnenbild war auch nicht schlecht. Eine Zelle mit Zwischenwänden aus Holz und Glas ist grell von oben beleuchtet. Im Verlauf des Stückes über Hintergründe eines Terroranschlags fallen die Wände. Übrig bleibt eine gläserne Einzelzelle, in der die Hauptfigur Samson auf dem Boden kauert. Bis dahin überstürzen sich die Ereignisse. Sicher kannten alle außer mir die Vorlage von Yassin Musharbash aus dem Jahr 2006. Der gebürtige Niedersachse hat auch in Palästina studiert und ist heute im Investigativ-Ressort der Zeit für die arabische Welt zuständig.

Das Stück beginnt in einem Hamburger Kulturverein. Samson will sich über den Islam schlaumachen. Der spätere 9/11-Attentäter Mohamed Atta führt ihn zur Wurzel allen Übels: Es läßt sich kein ...

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