16.10.2012 / Thema / Seite 10

Gefährliche Tage am Abgrund

Geschichte. Die Raketenkrise in der Karibik im Herbst 1962. Teil I: Beginn und Verlauf

Horst Schäfer
Am 4. Oktober 1962 war US-Präsident John F. Kennedy offensichtlich unzufrieden. Trotz fast zwölfmonatiger intensiver militärischer und geheimdienstlicher Vorbereitungen der »Operation Mongoose« mit dem Ziel der »Beseitigung des Kommunismus« in Kuba, die bereits mehr als 50 Millionen Dollar verschlungen hatten, schien die karibische Insel immer noch nicht reif für den geplanten Einzug der US-Soldaten in Havanna. Die elf CIA-Sabotageteams auf der Insel mit einer Stärke bis zu 250 Mann, über deren Einsatz der Chef von Mongoose, General Edward Lansdale, noch am 25. Juli dem Präsidenten stolz berichtet hatte, waren aufgerieben. Es gehe in Kuba »nicht voran«, beschwerte sich Kennedy. Anfang November standen Kongreßwahlen vor der Tür, und er erhoffte sich durch die »Lösung der Kuba-Frage« warmen Wind zugunsten der Demokratischen Partei im Repräsentantenhaus und im Senat.

Also forderte Justizminister Robert Kennedy am selben Tage CIA und General Lans...

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