08.10.2012 / Feuilleton / Seite 13

Komplett wegsacken

Konzertanter »Siegfried« in Waldläuferkostümen: Spielzeiteröffnung der Staatsoper Berlin

Andreas Hahn
Zur Eröffnung der neuen Spielzeit in der Staatsoper Berlin: »Siegfried«. Die vorigen zwei Premieren bei diesem »Ring« hatten in der kopoduzierenden Mailänder Scala stattgefunden. Am deutschen Einheitstag sollte nun in Berlin die Party der Zukunft steigen, die »Siegfried« nach Wagners Intention ja mehr oder weniger darstellt.

Nun ist die »Ring«-Inszenierung von Guy Cassiers aber schon bei »Rheingold« und »Walküre« lustlos bis genervt aufgenommen worden. Bei »Siegfried« ist Cassiers’ Verweigerung irgendeiner Form szenischer Analyse so offenkundig, daß man böse Absicht vermuten kann, zu Unrecht wahrscheinlich. Großes Wegdämmern scheint das hauptsächliche Ziel zu sein.

Cassiers ist von Hause aus bildender Künstler. Er bastelt an großangelegten kunsthandwerklich illustrativen Videotableaus (hier und da ist eine kunsthistorische Anspielung versteckt), die sich im großen und ganzen in einem schwarzweißen Gekrissel erschöpfen, das ...

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