08.10.2012 / Feuilleton / Seite 13

Beim Regieren gestört

Peter Hacks’ frühes Stück »Der Müller von Sanssouci« in Berlin-Kreuzberg

Gerd Bedszent
Noch ein Theaterstück über Friedrich Zwo, den Popstar des Jahres?« wird auf dem ausliegenden Programmzettel gefragt. Nee, natürlich nicht. Das hier ist immer noch Kreuzberg, einst sicherer Hafen für Bundeswehrflüchtlinge, lange Hochburg der Antimilitaristen. Im August 1991 strömten Tausende von Westberlin nach Sanssouci, um die nochmalige Grablegung der Gebeine des Preußenherrschers zu verhindern. Bundeswehr und Polizei wurden bei diesem Staatsakt noch reichlich mit Eiern beworfen. Die Feierleichkeiten zum 300. Wiegenfest des Alten Fritz­chens im Jahr 2012 blieben fast ungestört. In Lobliedern auf den »Feldherrn und Feingeist« werden Kriegstote heute so selbstverständlich unterschlagen wie das Nachwirken preußischen Militarismus’ in der Gegenwart. Zum Glück kam nun in Kreuzberg kein Stück über Fridericus Rex zur Premiere, sondern eins gegen ihn, Peter Hacks’ »Der Müller von Sanssouci« (Uraufführung 1958 am Deutschen Theater).

Hack...

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