04.10.2012 / Feuilleton / Seite 13

Immer ganz konkret

Die Geschichte von Klassenkämpfen ist eine Geschichte von unten. Zum Tod von Eric Hobsbawm

Christoph Jünke
Mit 95 Jahren starb am Montag der britische Historiker Eric Hobsbawm. Als kommunistischer Intellektueller war er der letzte seiner Art – von jener alten Schule des 20. Jahrhunderts, die belesen und gewissenhaft, aber ohne jede Überheblichkeit war, scharfsinnig und witzig, aber ohne jede falsche Komik, höflich und korrekt, aber nicht beliebig oder desinteressiert. Es fällt schwer, dabei nicht an die Zeilen des russischen Dichters Jewgeni Jewtuschenko zu denken:

»Ich möcht ein wenig unmodern und altmodisch sein, / damit die Zeit nicht wegwischt, was ich bin und war, / damit die Toten meiner sich nicht schämen müssen, / die Toten, die, wozu das Leben nützte, wissen. / Ich möcht ein wenig von der alten Schule sein, / korrekt und höflich, manchmal geradzu, / doch ohne viel und indiskret zu fragen, / und möchte zur Gemeinheit stets Gemeinheit sagen. / Ich möcht belesen, voller Witz und Scharfsinn sein, / mich nicht vom Glanz geschliffner Phrasen täuschen...

Artikel-Länge: 6197 Zeichen

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