02.10.2012 / Feuilleton / Seite 13

Es gibt kein Fertig

Reingegangen, Platz gefangen: Camera glauben an die urbane Guerilla

Christof Meueler
Rausgehen und anfangen. Einfach so. Die drei Musiker von Camera (Gitarre: Franz Bargmann, Synthesizer: Timm Brockmann, Schlagzeug: Michael Drummer) spielen in Berliner U-Bahnhöfen, Treppenhäusern und Unterführungen, meistens um drei, vier Uhr nachts. »95 Prozent der Leute, die dann unterwegs sind, bleiben stehen«, sagt Bargmann. Es knallt, wenn es hallt. »Am besten ist es, wenn beides zusammenkommt: der gute Hall und die Umwandlung eines Ortes. Schnell und laut regt die Leute eher an, stehen zu bleiben als langsame Stücke«. Die Band hat im letzten Jahr 100 U-Bahn-Konzerte gegeben. Manche dauerten vier, fünf Stunden. Viele fingen gar nicht erst an, verhindert von der Security. Die drei Musiker sind mit Anzeigen gut eingedeckt. Camera fragen nicht nach Einladungen. Sie gehen zur Echo-Preisverleihung oder zum Deutschen Filmpreis und starten unangemeldet ein Konzert. »Wenn man sagt, wir spielen hier, kommt man rein«, erzählt Drummer, »reingegangen, Platz gefangen. Ein Instrument ist im P...

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