29.09.2012 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

»Das Schlimmste ist das Rumsitzen«

Kakerlaken, kaltes Wasser, kaputte Fenster. Miserable Zustände im Asylbewerberheim Krumpa bei Halle

Susan Bonath
»Wo wollen Sie hin?« ruft eine Frau mit barschem Ton und schaut aus ihrem Pförtnerbüro. »Mein Besuch«, antwortet der 22jährige Tomi leise. Und entschuldigt sich später: »Sie sprechen hier immer so mit uns.« Doch beschweren kann er sich nicht. In seinem Heimatland Mali wird Tomi politisch verfolgt, »wie alle, die gegen Polizeigewalt und Diktatur protestieren«. In Deutschland ist er seit zwei Jahren »geduldet«. Beim kleinsten Vergehen kann er abgeschoben werden. »Schweigen und Lächeln ist das Beste«, weiß er. Und warten – mit über 200 anderen »Wartenden« im Asylbewerberheim Krumpa. Weil ihm im Gefängnis in Mali »Schlimmeres« droht, will er nicht, daß sein richtiger Name bekannt wird.

Das Übergangswohnheim für Migranten in Krumpa, Sachen-Anhalt, gilt als Vorzeigeobjekt: Der Rasen vor dem langgestreckten unsanierten Altbau ist akkurat gemäht. Es gibt Sitzbänke und Tischtennisplatten, zwischen denen Kinder unter den wachsamen Blicken einiger Erwachsener...

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