29.09.2012 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Der Schwarze Kanal: Demokratie-Neuerfinder

Werner Pirker
Es ist schon einige Jahre her, daß der österreichische Schriftsteller Robert Menasse in einem Artikel für Die Zeit eine Generalabrechnung mit der Europäischen Union vornahm, die er als bürokratische Konstruktion beschrieb, in die die Negation der Demokratie strukturell eingeschrieben sei. Die Unverträglichkeit von EU und Demokratie behauptet Menasse immer noch. Doch würde er mittlerweile lieber die Demokratie abschaffen, um die EU zu retten als umgekehrt.

Der sich linksliberal inszenierende Schriftsteller sieht die Demokratie in den Fängen des Populismus. Populismus wiederum setzt er weitgehend mit Nationalismus gleich. Der Politik wirft er vor, den »Mir-san-mir«-Patriotismus des gemeinen Volkes zu bedienen und damit die große europäische Perspektive aus den Augen zu verlieren. »Das Grundproblem«, führt er in einem Interview mit dem österreichischen Wochenmagazin profil aus, bestehe darin, daß »diejenigen, die europapolitische Entscheidungen ...

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