28.09.2012 / Thema / Seite 10

Europa als Volkshochschule

Hintergrund. Warum Oskar Negts »Gesellschaftsentwurf« als politischer Kompaß für die Linke nicht taugt

Thomas Wagner
Wenn ein linker Philosoph wie Oskar Negt (geb. 1934) ein Buch zur Zukunft der Europäischen Union publiziert, verdient das schon deshalb besondere Aufmerksamkeit, weil die reelle Chance besteht, daß hier ein Intellektueller endlich einmal die soziale Frage in den Mittelpunkt der von bürgerlichen Interessen dominierten Diskussion stellt. Tatsächlich sorgt sich der Autor, der sich nie in Spezialprobleme seines Faches verrannt hat und immer auf enge Tuchfühlung mit den Gewerkschaften bedacht war, in »Gesellschaftsentwurf Europa. Plädoyer für ein gerechtes Gemeinwesen« (Göttingen 2012) vor allem darum, daß der Sozialstaat als Fundament jeder demokratischen Entwicklung in Europa nicht die ihm gebührende Aufmerksamkeit erhält und die Einigung in Verruf gerät, weil »im verengten Horizont der mit diesem epochalen Projekt Beschäftigten die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Menschen in den einzelnen Ländern nicht vorkommen« (ebd., S.6). Soziale Frage Die Eliten trügen mit ihren neoliberalen Po...

Artikel-Länge: 19990 Zeichen

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