27.09.2012 / Thema / Seite 10

Die Bürde des weißen Mannes

Hintergrund. Die westliche Berichterstattung über die Proteste gegen das ­antiislamische Hetzvideo »Die Unschuld der Muslime« reproduziert koloniale Stereotype. Neokonservative wollen Zusammenarbeit der USA mit arabischen Reformregierungen torpedieren

Knut Mellenthin
»Muslim Rage«, Muslimwut, betitelte das US-amerikanische Nachrichtenmagazin Newsweek seine Ausgabe vom 24. September. Das Coverfoto zeigte in einem extrem kleinen Bildausschnitt eine – vermutlich nicht sehr große – Demonstrantengruppe. Im Vordergrund zwei Männer mit verzerrten Gesichtern. Es ging, das war auf den ersten Blick klar, um die Proteste gegen den von ägyptischen Exilchristen produzierten und von Hardcore-Neokonservativen gesponserten Filmtrailer, in dem der Prophet des Islam, Mohammed, geschmäht und verhöhnt wird.

Nach dem 11. September 2001 war Newsweek mit dem Titel »Why do they hate us?« (»Warum hassen sie uns?«) erschienen. Darunter das Bild eines entschlossen-verbissen dreinblickenden Jungen offensichtlich muslimischer Herkunft, der ein Plastikgewehr in die Höhe hielt. Die Titelgeschichte war von dem aus Indien stammenden Auslandsredakteur des Magazins, Fareed Zakaria, und beschäftigte sich mit dem Thema: »Die Wurzeln der isla...

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