24.09.2012 / Inland / Seite 5

Mahnung an Pogrome

Demonstrationen in Magdeburg und Hoyerswerda: Antifaschisten thematisierten rechte Übergriffe und fordern zentralen Gedenktag. Neonazis greifen Kulturprojekt an

Susan Bonath
Über Opfer neofaschistischer Gewalt redet man in Sachsen-Anhalts Parlamenten nicht gern. Doch »die noch immer existierende Bedrohung« dürfe man nicht totschweigen, meint die Magdeburger Initiative »Nichts und niemand ist vergessen«. Unterstützt unter anderem von der Mobilen Opferberatung, dem Arbeitskreis Antifa, dem Bündnis »Magdeburg nazifrei« und dem Landesjugendverband der Linkspartei [’solid] erinnerte sie am Samstag an die Toten: Migranten, Punks, linke Jugendliche. Und prangerte »gesellschaftlichen und institutionellen Rassismus, gefälschte Statistiken und das behördliche Bagatellisieren von Übergriffen« an.

Eine Art staatlicher Rassismus sei der schikanöse Umgang mit Flüchtlingen, sagte ein Sprecher auf der Kundgebung in Magdeburg. Dazu gehörten »menschenunwürdige Lager« und »willkürliche, verdachtsunabhängige Kontrollen«. Wie im Fall des Asylbewerbers Lorin Radu. Der damals 21jährige war im Januar 1993 zur Personalienüberprüfun...

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