24.09.2012 / Ansichten / Seite 8

Machtwort

Libysches Regime will Milizen entwaffnen

Werner Pirker
Der von den Westmächten einem »Regime Change« mit anschließendem »Nation building«-Programm unterzogene libysche Staat ist um die Durchsetzung seines Gewaltmonopols bemüht. Das dürfte freilich leichter gesagt als getan sein. Denn ginge das so einfach, wären die marodierenden Banden schon längst entwaffnet. Unter dem Eindruck der Erstürmung des US-Konsulats in Bengasi, bei der der amerikanische Botschafter getötet wurde, und den Angriffen regimetreuer Demonstranten auf Stützpunkte der islamistischen Milizen haben die Machtorgane in Tripolis ein deutliches Machtwort gesprochen. Den Freischärlern wurde eine Frist von 48 Stunden gestellt, binnen derer sie alle Kasernen, öffentliche Gebäude und Grundstücke von Mitgliedern der früheren Staatsführung in Tripolis und ihrer Umgebung räumen müßten.

Es stellt sich indes die Frage, ob sich das Problem rivalisierender Machtzentren, das ein strukturelles Problem der libyschen Gesellschaft in ihrem gegenwär...

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