18.09.2012 / Inland / Seite 5

Plädoyer im Hamburger Piratenprozeß

Verteidigung erklärt Verfahren für gescheitert. Weitere Freilassung gefordert

Im Hamburger Prozeß gegen zehn mutmaßliche somalische Seeräuber hat die Verteidigung in ihren Schlußvorträgen das Verfahren für »gescheitert« erklärt. Die Anwälte zweier Angeklagter verzichteten am Montag auf ihre Anträge, einen rumänischen Seemann als Zeugen zu laden. Eine erneute Beweisaufnahme hätte das bereits seit über zwei Jahren und 100 Verhandlungstagen andauernde Verfahren noch einmal verlängert. In seinem Plädoyer kritisierte Rechtsanwalt Philipp Napp den Prozess als »geisterhaft« und »absurd«. Das Gericht sei nicht in der Lage, über ein Verbrechen, das in 9000 Kilometern Entfernung begangen worden sei, gerecht zu urteilen. Er forderte für seinen 1986 geborenen Mandanten eine Freilassung zum Ende des Verfahrens durch Aufhebung des Haftbefehls oder Haftverschonung. Die Anklage hatte auf eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren für den Somalier plädiert. Es war das fünfte von zehn Plädoyers der Verteidigung. Der Anwalt kritisierte in seinem Schlußvortrag die Staatsanwaltschaft e...

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