18.09.2012 / Inland / Seite 5

Generalfeldmarschall a. D.

Münster jagt Hindenburg aus der Stadt. Bürgerentscheid: Größte Freifläche soll Schloßplatz heißen

Gerrit Hoekman, Münster
Bravo Münster, Stadt des Westfälischen Friedens! In einer Volksabstimmung haben am Sonntag die Bürger mehrheitlich beschlossen, Paul von Hindenburg symbolisch aus der Stadt zu werfen. Die größte Freifläche in der City soll nun endgültig Schloßplatz heißen, nachdem sie 85 Jahre lang den Namen des Reichspräsidenten trug, der schließlich Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannte. Rund 60 Prozent der Münsteraner wollten nicht noch einmal wie 1927 innerlich die Hacken zusammenknallen und strammstehen vor dem Feldmarschall. »Ich möchte nicht, daß Münster sich blamiert«, verriet ein Bürger im Lokalsender CenterTV, kurz nachdem er seine Stimme für den Schloßplatz abgegeben hatte.

Hindenburg ist einer der Totengräber der Weimarer Republik und Steigbügelhalter der Faschisten 1933. Mit ihrer Entscheidung vom Sonntag bestätigten die Bürger einen Beschluß des Stadtrats, der im März mit überwältigender Mehrheit einer Umbenennung in Schloßplatz zugestimmt hatte. Nur groß...

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