17.09.2012 / Ausland / Seite 8

»Das einzige richtige Essen der Kinder ist die Schulspeisung«

In Spanien leiden viele Arbeiterfamilien bittere Not. Besonders schlimm ist es in Andalusien. Ein Gespräch mit Miguel Sanz Alcántara

Wolfgang Pomrehn
Miguel Sanz Alcántara ist Mitglied im Vorstand der Andalusischen Arbeitergewerkschaft SAT (Sindicato Andaluz de Trabajadores) in Spanien

Wie ist die soziale Lage in Spaniens Süden, in Andalusien, wo Ihre Gewerkschaft arbeitet?

Sehr, sehr hart. Nicht nur wegen der aktuellen Kürzungen in den Sozial­etats, sondern weil Spanien ohnehin seit sehr langem eine hohe Arbeitslosigkeit hat. Andalusien ist die am wenigsten industrialisierte Region Spaniens. Wenn also Spanien inzwischen eine Arbeitslosenquote von 25 Prozent hat, ist sie bei uns um fünf bis sieben Prozentpunkte höher. Es gibt viele Arbeiterfamilien, die kaum noch genug Geld haben, um ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. Nicht wenige sind auf die Suppenküchen der Kirche angewiesen. Ein Lehrer, der Mitglied unserer Gewerkschaft ist, erzählte mir neulich, daß für viele Grundschüler das einzige richtige Essen die Schulspeisung ist, sie also nur eine Mahlzeit am Tag bekommen.

Und dennoch drohen weite...

Artikel-Länge: 4334 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe