15.09.2012 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Mao in Patagonien

China braucht Rohstoffe, Argentinien hat sie. Ob in Öl, Soja oder Eisen – Konzerne aus dem Reich der Mitte investieren Hunderte Millionen. Ein Blick auf die Schattenseiten der chinesisch-argentinischen Lovestory

Gaby Weber
Im Handstreich hatte Cristina Fernández de Kirchner im April die Aktien der spanischen Repsol am Erdölkonzern YPF konfisziert. »Sie haben unsere Erdölfirma geplündert, nicht genug gefördert und keine neuen Vorkommen erschlossen«, begründete die argentinische Präsidentin ihr Vorgehen. So hatte man sich die Privatisierungen in den neunziger Jahren nicht vorgestellt, als die Schätze des Landes an Ausländer verkauft wurden. Auch Cristina Fernández de Kirchner und ihr verstorbener Ehemann und Expräsident Néstor (2003 bis 2007) hatten damals für die Privatisierung gestimmt.

Im Moment verhandelt man hinter verschlossenen Türen mit Investoren, die das Erdöl Patagoniens erschließen wollen. Interesse hat Exxon angemeldet, das über die moderne Technologie verfügt, um das kostbare schwarze Gold aus den Tiefen der Erde zu gewinnen. Aber beste Chancen haben die Chinesen.

Chinesische Investoren sind, wie schon in Afrika, jetzt auch im rohstoffreichen Südamerika angeko...



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