12.09.2012 / Antifa / Seite 15

Unbequemes Gedenken

Vielerorts wollen antifaschistische Organisationen an die Opfer rechter Pogrome und Gewaltattacken erinnern. Die Stadtoberen sind davon nicht immer begeistert

Markus Bernhardt
Nachdem Ende August mehrere tausend Neonazigegner zum 20. Jahrestag der migrantenfeindlichen Pogrome eines rechten Mobs in Rostock-Lichtenhagen auf die Straße gingen, sind in den kommenden Wochen in weiteren bundesdeutschen Städten Gedenkveranstaltungen und Demonstrationen geplant.

So wollen Antifaschisten am 22. September in Hoyerswerda demonstrieren, um sich für ein Denkmal und die Entschädigung der Betroffenen des Pogroms von 1991 stark zu machen. Unter dem Applaus vieler Anwohner hatten Neofaschisten damals in der ostsächsischen Kleinstadt zwei Wohnheime angegriffen, in denen Flüchtlinge untergebracht waren. Über fünf Tage hinweg belagerten Hunderte Menschen die Unterkünfte und ließen ihrem Rassismus so lange freien Lauf, bis die Migranten von der Polizei »evakuiert« wurden.

Statt das antifaschistische Engagement einiger Bürger von Hoyerswerda zu begrüßen, behauptete Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) noch 2011 in einem Interview, die Ausschreitun...



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