08.09.2012 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Was heute in der Euro-Zone geschieht, war voraussehbar«

Gespräch mit Wolfgang Däubler. Über die Ursachen der Krise in Europa, die Rolle der Gewerkschaftsspitzen bei den »Hartz-Reformen« und die Gefährdung der Tarifautonomie in Griechenland

Daniel Behruzi
Wolfgang Däubler ist Professor für deutsches und europäisches Arbeitsrecht, bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht an der Universität Bremen sowie Herausgeber vieler arbeitsrechtlicher Standardwerke

Die Euro-Krise ist in aller Munde. Inwiefern betrifft Sie als Arbeitsrechtler dieses Thema?

Ich persönlich kann diesem Problem nicht ausweichen. Wir haben uns zwar irgendwie daran gewöhnt, daß die Krise nicht uns, sondern andere betrifft, aber das ist eine trügerische Vorstellung.

Warum?

Die deutsche Wirtschaft hat einen wesentlichen Anteil daran, daß wir nicht mehr sicher sein können, ob es den Euro in einem halben Jahr noch gibt. Die Position der hiesigen Konzerne ist in den vergangenen zehn Jahren immer stärker geworden. Der Export läuft immer besser – und das heißt zugleich, daß man schwächere Anbieter aus anderen Euro-Ländern vom Markt verdrängt. Das hat nicht allein mit der Innovationskraft deutscher Unternehmen zu tun. Viel wichtiger ...

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